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Kinder auf Informationssuche – zwischen Fakt und Fake

09. Februar 2021
Kinder auf Informationssuche – zwischen Fakt und Fake

Wann ist Corona zu Ende? Was ist der Klimawandel? Wo finde ich Infos und Anregungen zu meinen Hobbys? Welches Haustier passt zu mir? Eltern wissen nur zu gut: Kinder haben viele Fragen. Sie wollen die Welt um sie herum verstehen und Neues lernen. Dafür brauchen sie vielfältige Informationen, die sie nicht überfordern. Im Fernsehen, auf Streaming-Plattformen und im Internet gibt es ein großes Angebot an Kindernachrichten, Magazinen, Dokumentationen, Erklärvideos und Tutorials. Doch manchmal sind die Antworten gar nicht so leicht zu finden und es gilt seriöse Informationsquellen von Fake News zu unterscheiden.

Das müssen Kinder erst lernen und sie brauchen den Austausch mit anderen, um Gesehenes zu besprechen, einzuordnen und sich eine eigene Meinung zu bilden.

Jüngere Kinder

Bei jüngeren Kindern im Vor- und Anfang des Grundschulalters sind es meist die Eltern, die den Zugang zu Wissen und Information steuern und begleiten. Eine sorgfältige Auswahl ist wichtig, damit die Mädchen und Jungen von klein auf lernen, mit Informationen richtig umzugehen. Empfehlenswerte Wissenssendungen für Kinder müssen die Perspektive ihrer Zielgruppe ernst nehmen. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass konkrete Fragen von Kindern aufgegriffen werden, wie etwa bei „logo!“ oder „Die Sendung mit dem Elefanten”. Kinderreporter*innen gehen hier auf Spurensuche und befragen aus ihrer Sicht Betroffene und Expert*innen. Dabei können Mädchen und Jungen vor dem Bildschirm viel lernen und werden angeregt, selbst Fragen zu stellen und sich einzumischen. Die Kindernachrichten „logo!” schaffen es, das Weltgeschehen für Kinder ab Mitte des Grundschulalters verständlich aufzubereiten. Zweimal täglich werden Meldungen und Ereignisse erklärt, Zusammenhänge hergestellt und Hintergründe beleuchtet. Sprache und Länge der Beiträge sind auf Kinder zugeschnitten, Grafiken und Animationen veranschaulichen auch komplizierte Themen. Bei schrecklichen Ereignissen wie Terror, Krieg und Flucht wird auf drastische Bilder verzichtet. Damit haben Kinder die Chance, sich auch über solch ernste Themen eine eigene Meinung zu bilden – ohne überfordert zu werden.

Ältere Kinder

Ältere Kinder und Jugendliche interessieren sich sehr dafür, was in der Welt passiert. Sie haben einen weiteren Horizont und wollen vor allem selbstständig sein – auch in Hinblick auf Informationen, die sie aus Medien beziehen. YouTube und Social Media werden für viele eine wichtige Informationsquelle. YouTuber*innen wie LeFloid oder Rezo werden dafür geschätzt, dass sie authentisch ihren Standpunkt zu einem aktuellen Thema äußern. Die persönlichen Meinungen sind ein Markenzeichen vieler YouTuber*innen – mit allen Vor- und Nachteilen für die Urteilsbildung des jungen Publikums. Schnelle Schnitte, eine direkte Ansprache und die unterhaltsame Aufbereitung von Fakten kommen an. Oft werden auch Themen rund um Internet und Gesellschaft aufgegriffen, die junge Menschen betreffen und in anderen Nachrichtenformaten nicht behandelt werden. Das Problem an Social Media: Der Algorithmus zeigt vor allem ähnliche Inhalte an. Meinungen und Ansichten werden dadurch verstärkt. Eine objektive Einschätzung zu Themen fällt damit schwer. Eltern sollten ihre Kinder anregen, unterschiedliche Informationsquellen zu nutzen. Der Austausch mit anderen in den Kanälen von Videoplattformen, Social-Media-Diensten und Messengern ist den Älteren besonders wichtig. Sie wollen Informationen teilen, kommentieren und sich einbringen. Das hat viele Vorteile, birgt aber auch Risiken.

Augen auf bei Social Media

Social Media ist in vielen Familien verbreitet und dient sowohl Erwachsenen als auch Kindern als Informationsquelle. Gerade in Zeiten hitziger politischer Debatten und Ereignissen wie Pandemien oder Terrorattacken kann das fatal sein. Die Verbreitung von Falschinformationen kann Emotionen verstärken, im schlimmsten Fall Panik, Hass und Vorurteile schüren. Mädchen und Jungen können mit Propaganda und Verschwörungstheorien konfrontiert werden. Das kann wiederum dazu führen, dass sie selbst angeregt werden, zweifelhafte Botschaften zu verbreiten. Deshalb ist es in Zeiten von Fake News so wichtig zu lernen, mit Informationen und Wissensquellen richtig umzugehen. Dazu gehört auch, kritisch zu überprüfen, was man selbst verbreitet und weiterleitet.

Seriöse Quellen auf Social Media Plattformen erkennen – darauf sollten Kinder (und Eltern) achten:

  • Quellenangaben: Sind unterhalb des Videos Quellen angegeben? Findet man die Informationen auch in anderen Quellen? Mit Angeboten wie beispielsweise dem Faktencheck kann dies zusätzlich überprüft werden.
  • Autor*in/Urheber*in: Wer hat das Video erstellt? Wer steht im Impressum?
  • Art der Berichterstattung: Handelt es sich um eine neutrale Berichterstattung? Sind Erklärungen sachlich und ohne Wertung?

Was sind Fake News?

Fake News sind vor allem im Internet und auf Social-Media-Kanälen weit verbreitet. Die gefälschten Meldungen (englisch: Fake = Fälschung, News = Nachrichten) werden zum Beispiel über Facebook, Twitter oder WhatsApp gestreut. Bilder, Clips und Videos werden manipuliert, um die gewünschte Aussage zu erzielen. Fake News dienen auch dazu, Menschen zu verunsichern oder um Stimmung zu machen. Vor allem Bilder und Videos sollen emotionalisieren und die Nutzer*innen dazu bringen, sie weiterzugeben und über die eigenen Kontakte zu streuen. Werden Clips mit reißerischen Vorschaubildern oder Überschriften beworben, liegt der Verdacht nahe, dass es sich um unseriöse Beiträge handelt.

Gemeinsam mit ihren Kindern können Eltern Geeignetes auswählen und den Mädchen und Jungen von klein auf vermitteln, mit Informationen richtig umzugehen.

Gut informiert: Wissen für jüngere und ältere Kinder - eine Auswahl

Fernsehen: Nachrichten & Wissensmagazine

  • Checker Tobi (KiKA, Sa, 19:25-19:50 Uhr, KiKA-Player; Das Erste, Sa, 7:50-8:15 Uhr, ARD-Mediathek, auch mit Checker Julian und Can)
  • logo! (KiKA, Mo-Do, 11:00-11:10 Uhr/19:50-20:00 Uhr, Sa & So, 6:00-6:10 Uhr/19:50-20:00 Uhr, KiKA-Player; ZDF-Mediathek)
  • neuneinhalb (Das Erste, Sa, 8:15-8:25 Uhr, ARD-Mediathek; KiKA, So, 8:50-9:00 Uhr, 
  • PUR+ (ZDF, Sa, 6:20-06:45 Uhr, ZDF-Mediathek; KiKA, Di & So, 19:25–19:50 Uhr, KiKA-Player) 
  • Wissen macht Ah! (KiKA, Mo, 19:25-19:50 Uhr, KiKA-Player; Das Erste, Sa & So, 5:55-6:20 Uhr, ARD-Mediathek)

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