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Kinder mit schlimmen Nachrichten nicht alleine lassen

28. Februar 2020
Kinder mit schlimmen Nachrichten nicht alleine lassen

Die Todesschüsse von Hanau, die Ausbreitung des Corona-Virus, das Attentat auf den Rosenmontags-Umzug in Volkmarsen: Schreckliche Bilder von Seuchen, Amok und Anschlägen bestimmen die Nachrichtenlage. Die Verunsicherung ist groß, auch bei Erwachsenen. Wie gehen Eltern am besten damit um? Was brauchen Kinder, wie viel Information verkraften sie?

Mit Kindern behutsam reden

Kinder bis Ende des Kindergartenalters werden noch nicht unbedingt mit diesen Themen konfrontiert. Wenn Fragen kommen, müssen Eltern natürlich reagieren. Mit einfachen Worten sollten die Ereignisse kurz erklärt werden, aber ohne Details und dramatische Zuspitzung. Die meisten Kinder dieses Alters werden sich schnell wieder naheliegenderen Dingen widmen.

Ängste ernst nehmen

Bei Grundschulkindern ist es schwierig, sie von den schrecklichen Ereignissen fernzuhalten. Egal, ob in der Schule, in der Familie oder aus den Medien: Kinder bekommen die Ereignisse mit und machen sich Sorgen. Abwiegeln ist keine angemessene Reaktion. "Das verstehst du noch nicht" bringt sie nicht weiter, sondern erhöht Verunsicherung und Angst. Solche Sätze nehmen Kindern den Drang, die Wirklichkeit zu begreifen, und lassen sie mit ihren Fragen und Nöten allein. Die eigene Angst und Verunsicherung sollten Eltern weitgehend für sich behalten. Kinder brauchen das Gefühl von Sicherheit und Stabilität, das ihnen die Eltern und andere Bezugspersonen vermitteln sollten. Und das geht nur, indem diese die Fragen beantworten und die Ereignisse in Relation zur kindlichen Lebenswelt einordnen.

Die Rolle sozialer Medien

Unter älteren Kindern und Jugendlichen werden Meldungen zu schlimmen Ereignissen in Echtzeit über WhatsApp, Twitter und Facebook verbreitet. Dadurch können sich Emotionen aufschaukeln, weil vieles ungefiltert auf die Mädchen und Jungen einstürmt. Ein anderer Effekt ist, dass die Bedrohung jedem Einzelnen näher erscheint, als sie eigentlich ist. Auch das sollte man Kindern klarmachen: Durch die ständigen Onlinemeldungen hat man das Gefühl, mittendrin zu sein, was die eigene Verunsicherung verstärken kann.

Eltern sind Vorbild

Eltern sollten im Umgang mit Informationsmedien mit gutem Beispiel vorangehen:

  • Informationen sorgfältig prüfen und auswählen
  • Gerüchte, Hetze und Spekulationen aussortieren
  • Mit den Kindern besprechen, was verlässliche Quellen sind (etwa seriöse Tageszeitungen, Online-Magazine, Fernsehnachrichten)

Manchmal ist es besser, sich aus dem Strom von Informationen ganz auszuklinken. Statt im TV oder im Internet ständig dranzubleiben, ist es in vielen Fällen vernünftiger, den normalen Alltag zu leben. Kinder brauchen aber das Gefühl, dass sie informiert werden, wenn es darauf ankommt. Am besten mit etwas zeitlichem Abstand gemeinsam kindgerechte Informationsangebote anschauen wie zum Beispiel die Kindernachrichten "logo!" (KiKA).

 

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