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Mitreden wollen - Wenn das Fernsehen Thema ist

18. Januar 2002
Mitreden wollen - Wenn das Fernsehen Thema ist

Als waschechter Fan will die 12-jährige Nadine keine Folge ihrer Lieblingsserie 'Gute Zeiten - Schlechte Zeiten' verpassen. Die tägliche Vorabendserie gehört für das Mädchen zum Tagesablauf wie Essen und Schlafen. Sie fiebert richtig mit, wenn Flo, Kai und die anderen jungen Leute das alltägliche Hin und Her zwischen Liebesbeziehungen, Streitereien unter Freunden, Karriere oder Partys vorexerzieren. Nadine ist ein richtiger Insider und ihre Lieblingsbeschäftigung ist es, am nächsten Schultag mit ihren Freundinnen die letzte Folge durchzusprechen. Wer mit wem, warum und überhaupt. So wie bei Nadine ist bei Kindern (und bei Erwachsenen übrigens auch) das Fernsehen oftmals Tagesgespräch: "Hast du gestern Wetten, dass... gesehen?", "Wie findest du das neue Video von Britney Spears?" oder "In der letzten Folge von Buffy ging es ganz schön rund". Schließlich muss das eigene Geschmacksurteil mit den Freunden diskutiert und abgestimmt werden. Mitreden-Können heißt die Devise, denn nur dann gehört man dazu. Die Sache hat einen Haken: Wenn in der Gruppe Sendungen besprochen werden, die das Kind nicht gucken darf. Da kann schnell Gruppendruck entstehen, dem sich die Mädchen und Jungen schwer entziehen können. Für manche Eltern eine Zwickmühle, wenn es mal wieder heißt: "Die anderen gucken das aber auch immer ...!" Trotz aller Gruppendynamik: Zur kindlichen Entwicklung gehört es auch, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Kinder sollten lernen, dass man durchaus nicht alles gesehen haben muss, um mitreden zu können und dass man nicht alles gut finden muss, nur weil es alle gut finden. Das funktioniert am besten, wenn die Erwachsenen den Kindern eine gute Portion Selbstvertrauen und einen kritischen Blick auf unsere (Medien-)Welt mit auf den Weg geben.

 

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