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Starke Frauen - Mangelware im Kinderprogramm?

26. Juni 2020
Starke Frauen - Mangelware im Kinderprogramm?

Laut einer Studie der Universität Rostock* ist im Kinderprogramm nur eine von vier Hauptfiguren weiblich. Das ist schade, weil gerade das Angebot für Kinder beiden Geschlechtern gleichermaßen überzeugende Vorbilder liefern sollte. Besonders auffällig ist das Missverhältnis bei den Wissensformaten: Die "Checker-Reihe", "Löwenzahn" und "Woozle Goozle" sind fest in männlicher Hand, bei einigen Formaten wie "Wissen macht Ah!" und "Wow – Die Entdeckerzone" sind zumindest beide Geschlechter vertreten.

Mädchen brauchen starke Vorbilder

Die gute, alte "Pippi Langstrumpf" hat es vorgemacht: Weibliche Helden können ebenso stark, frech und unbesiegbar sein wie ihre männlichen Kollegen. Natürlich gibt es auch heute noch "Pippi" und "Ronja Räubertochter" oder "Die rote Zora" zu sehen – im Original oder als Neuinterpretationen. In den vergangenen (Fernseh-) Jahrzehnten gab es viele unterschiedliche weibliche Figuren, die klug, mutig und stark mit gutem Beispiel vorangegangen sind.

Prinzessinnen reloaded

Heute sind Prinzessinnen eindeutig in der Überzahl. Auch wenn sie ihre Rollen durchaus anders ausfüllen als früher. Egal, ob "Rapunzel – Neu verföhnt" oder "Elena von Avalor": Die Königstöchter von heute sind selbstbewusst, klug und das Gegenteil einer märchenhaften Prinzessin im herkömmlichen Sinn. Es macht sie unglücklich, sich anzupassen und sich zu verstellen. Sie wollen nicht gerettet werden, sondern selbstbestimmt ihr Leben gestalten. Die Geschichten transportieren eine wichtige Botschaft: Sei wie du bist und lass dich nicht unterkriegen! So löblich dieser Ansatz auch ist, die äußerliche Perfektion solcher Figuren schränkt diese positive Botschaft jedoch ein.

Vielschichtige Figuren gesucht

Mädchen und Jungen brauchen geeignete kindgerechte Vorbilder, die der Vielfalt unserer Gesellschaft gerecht werden. Zu diesem Ziel ist es auch im Kinderprogramm noch ein langer Weg. Trotzdem gibt es durchaus positive Beispiele, die Kindern interessante Rollenmodelle bieten.

Hier eine Auswahl:

  • Elena von Avalor (Disney Channel)
  • Hexe Lilli (KiKA)
  • Miraculous – Geschichten von Ladybug und Cat Noir (Disney Channel)
  • Nella, die Ritterprinzessin (Nickelodeon)
  • Ritter Rost (Prinzessin Bö) (KiKA)

* In der Studie Audiovisuelle Diversität? Geschlechterdarstellungen in Film und Fernsehen in Deutschland wurden über 3.500 Stunden Fernsehprogramm sowie über 800 Kinofilme analysiert. Die Ergebnisse gibt es hier: www.malisastiftung.org/studie

FLIMMO bespricht das aktuelle Fernsehprogramm und gibt Tipps zur Fernseherziehung. Bewertet werden Sendungen, die 3- bis 13- jährige Mädchen und Jungen gerne sehen oder mit denen sie als Mitseher in Berührung kommen. Um einen schnellen Überblick zu bieten, sind die Sendungen in drei Rubriken eingeteilt.

Was bedeuten die Rubriken?

Kinder finden's prima

Von Sendungen in dieser Rubrik sind Kinder angetan. Auch wenn nicht alles den Geschmack der Erwachsenen trifft, "Kinder finden's prima".

Mit Ecken und Kanten

Sendungen in dieser Rubrik werden von Kindern gemocht, haben aber auch „Ecken und Kanten“. Sie enthalten Bestandteile, die Kindern nicht nur gut tun.

Nicht für Kinder

Sendungen in dieser Rubrik enthalten Bestandteile, die für Kinder schwer verkraftbar sind. Am besten hält man Kinder davon fern, da sie überfordert, verunsichert oder geängstigt werden können.

 

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