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Vom Corona-Tief ins Sommerloch

14. August 2020
Vom Corona-Tief ins Sommerloch

Um die für gewöhnlich niedrigen Einschaltquoten im Sommerloch in die Höhe zu treiben, setzen RTL und Co. auch in diesem Jahr wieder auf zweifelhafte Formate. Auf RTL ZWEI treten Prominente in „Kampf der Realitystars“ gegeneinander an, auf SAT.1 startete „Promi Big Brother“ in die nächste Runde. Und ab September gibt es auf RTL im „Sommerhaus der Stars“ Tränen, Streit und zweideutige Pärchenspiele zu sehen.

Fragwürdige Unterhaltung

Vieles haben die Reality-Formate und deren Sendungsaufbau gemeinsam: Möchtegern-Prominente, bekannt aus Castingshows und anderen Formaten, werden über einen gewissen Zeitraum von Kameras begleitet, während sie sich in verschiedenen Spielen und Aufgaben messen. Das Grundprinzip der Inszenierung ist darauf ausgelegt, Neid, Häme und Missgunst zwischen den Teilnehmenden zu schüren. Dies geschieht zum Beispiel durch die Offenlegung von pikanten Eigenarten und Schwächen der Promis. Zudem werden sie durch hämische Texteinblendungen und Kommentare aus dem Off zusätzlich abgewertet. Hinzu kommt die ständige Überwachung, der die Kandidaten zum Beispiel in „Promi Big Brother“ durch die Kameras ausgesetzt sind. Die in dieser Ausnahmesituation aufkommenden Reibereien und Gefühlsausbrüche werden zu Unterhaltungszwecken effekthascherisch aufbereitet und dramatisiert.

Inhalte und Aufmachung genau unter die Lupe nehmen

Aus pädagogischer Sicht sind die Sendungsinhalte und deren Botschaft äußerst fragwürdig. Nicht selten entsteht der Eindruck, dass Menschen für Geld und mediale Aufmerksamkeit zu allem bereit sind. Dadurch wird ein verzerrtes und abwertendes Welt- und Menschenbild vermittelt. Da jedoch oftmals gerade dieses Sendungsgenre von Kindern als reizvoll erachtet wird, ist es wichtig, einen kritischen Blick zu fördern. In einem Gespräch können Eltern gemeinsam mit ihren Jüngsten etwaige Inszenierungsmechanismen hinterfragen und genauer unter die Lupe nehmen.

 

 

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