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Schau dich schlau! - Kinder informieren sich

04.09.2018

Kinder haben ein Recht auf Wissen, Information und gesellschaftliche Teilhabe. Diese Rechte sind in der UN-Kinderrechtskonvention* festgelegt. Aber was heißt das im Alltag?

Viele Eltern wissen nur zu gut: Kinder haben von klein auf viele Fragen. Sie wollen die Welt um sie herum verstehen und Neues lernen. Dafür brauchen sie vielfältige Informationen und Anregungen, die sie verstehen und nicht überfordern. Im besten Fall sind die Informationen unterhaltsam aufbereitet und bieten einen pädagogischen Mehrwert. Im Fernsehen und im Internet gibt es jede Menge Sendungen wie Kindernachrichten, Magazine, Dokumentationen, Erklärvideos und Tutorials, die den Mädchen und Jungen Spannendes bieten. Die richtige Auswahl zu treffen, ist nicht so leicht. Alter, Interessen und Entwicklungsstand sind dabei zu berücksichtigen. Darüber hinaus brauchen Kinder den Austausch mit anderen, um Gesehenes zu besprechen und sich eine eigene Meinung zu bilden.

* »Die UN-Kinderrechtskonvention beauftragt Medien dazu, Inhalte kindgerecht aufzubereiten, damit sie sich altersgerecht informieren können.« Katja Dörner (Büdnis 90/Die Grünen), Kinderkommission des Deutschen Bundestages.
FLIMMO hat Frau Dörner ein paar Fragen gestellt. Das gesamte Interview gibt es hier.

Was kommt an?

Im Kinderfernsehen stehen viele interessante Wissens- und Informationssendungen auf dem Programm. Fragestellungen und Interessensgebiete ändern sich im Laufe der kindlichen Entwicklung. Entsprechend rücken unterschiedliche Sendungen ins Blickfeld.

Entdeckungsreise mit Humor

Schon für Kindergartenkinder beantworten Die Sendung mit der Maus oder Die Sendung mit dem Elefanten Alltagsfragen und regen sie an, die eigene Umwelt zu entdecken. Auf unterhaltsame Art wird die natürliche Neugier von Kindern gefördert. Die Jüngsten wollen ihre unmittelbare Umgebung begreifen und gehen Alltagsfragen auf den Grund. Manchmal beschäftigt sie aber auch Grundsätzlicheres, wie zum Beispiel die Frage, wo die Babys herkommen. Für diese Altersgruppe sollte Wissenswertes in kurzen Spots einfach und in kindgerechter Sprache erklärt werden. Eine witzige Präsentation in Form von Animationen, Liedern und kurzen Geschichten bleibt hängen und macht Spaß.

Der Humor sollte auch bei Sendungen für Vor- und Grundschulkinder nicht zu kurz kommen. Eine witzig-kauzige Puppenfigur wie bei Woozle Goozle stellt frech Offensichtliches in Frage. Das sorgt nicht nur für Lacher, sondern eröffnet eine originelle Sicht auf Bekanntes und Alltägliches. Die Magazinsendung beleuchtet ein Thema aus unterschiedlichen Perspektiven, ähnlich wie Wissen macht Ah! mit außergewöhnlichen Experimenten oder WOW – Die Entdeckerzone. Auch hier sind originelle Fragestellungen und die witzig-sympathische Moderation zentrale Pluspunkte für Kinder.

Blick über den Tellerrand

Je älter die Mädchen und Jungen werden, umso mehr interessieren sie sich für Dinge außerhalb ihrer unmittelbaren Umgebung. Globale und politische Ereignisse werden interessant, ebenso gesellschaftliche Fragen. Dabei geht es nicht mehr nur um das »Wie?«, sondern auch um das »Warum?«. Für Grundschulkinder lohnen sich Magazinsendungen und Nachrichten, die Zusammenhänge aufzeigen und Einblicke geben.

Das Kindernachrichtenmagazin logo! schafft es seit vielen Jahren, das Weltgeschehen für Kinder ab Mitte des Grundschulalters verständlich aufzubereiten. Zweimal täglich werden Meldungen und Ereignisse erklärt, Zusammenhänge hergestellt und Hintergründe beleuchtet. Sprache und Länge der Beiträge sind auf Kinder zugeschnitten, Grafiken und Animationen veranschaulichen auch komplizierte Themen. Bei schrecklichen Ereignissen wie Terror, Krieg und Flucht wird auf drastische Bilder verzichtet. Damit haben Kinder die Chance, sich auch über solch ernste Themen eine eigene Meinung zu bilden, ohne überfordert zu werden.

Die Welt aus Kindersicht

Empfehlenswerte Wissenssendungen für Kinder müssen die Perspektive ihrer Zielgruppe ernst nehmen. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass konkrete Fragen von Kindern aufgegriffen werden, wie etwa bei logo! oder PUR+. Kinderreporter gehen hier auf Spurensuche und befragen aus ihrer Sicht Betroffene und Experten. Dabei können Mädchen und Jungen vor dem Bildschirm viel lernen und werden angeregt, selbst Fragen zu stellen und sich einzumischen.

Immer auf Sendung

Viele der beschriebenen Sendungen sind auch in den Mediatheken der Sender zu finden und rund um die Uhr abrufbar. Damit haben Kinder und Eltern die Chance, zeitunabhängig auf Interessantes zuzugreifen und nach bestimmten Themen und Fragestellungen zu suchen.


Neben Magazinen setzen auch einige Doku-Sendungen auf die Perspektive von Kindern. In Schau in meine Welt steht in jeder Folge ein Kind aus einem anderen Land der Welt im Zentrum. Die Mädchen und Jungen berichten darüber, was sie bewegt und was sie glücklich oder traurig macht. Das preisgekrönte Format liefert sensible Einblicke in fremde Kulturen und Alltagswelten. Das schafft Verständnis, fördert Toleranz und weckt Neugier auf Unbekanntes.

Außergewöhnliches und Neues

Neben den Klassikern gibt es im Programm viele neuere Sendungen, die Wissensvermittlung und Unterhaltung besonders für ältere Kinder zusammenbringen. Operation Autsch! etwa vereint spielerisch Wissensvermittlung und typisch englischen, trockenen Humor. Die Sendung rückt unangenehme oder eklige Krankheiten und Körpervorgänge in den Mittelpunkt und baut so Berührungsängste oder Tabus ab. Mit dieser unverkrampften Herangehensweise kann Operation Autsch! das Interesse für den eigenen Körper wecken und Gesundheitsbewusstsein fördern. Bei den Querrankern dagegen geht es um spannende Vergleiche: Welches Tier ist das stärkste, welches das schnellste? Von Alltagsthemen über Wissenschaft und Raumfahrt bis hin zur Tierwelt fördert die Sendung Überraschendes zutage. Das Magazin Timster schaut hinter die Kulissen der Medienwelt und testet, ob digitale Geräte und Apps halten, was sie versprechen. Nach dem Motto »Zuschauen ist gut, selber machen ist besser« werden kreative Ideen und Anregungen für die Medienmacher von Morgen präsentiert. Daneben gibt es Tipps für Eltern, die ihre Kinder bei der Mediennutzung gut informiert begleiten möchten.

YouTube-Kanäle zum Schlaumachen

TheSimpleClub
präsentiert unterschiedliche Wissensgebiete, aber auch Tipps zum Lernen.

musstewissen
bündelt Kanäle für die Fächer Mathe, Physik, Chemie, Deutsch und Geschichte.

Matheretter
liefert anschauliche Erklärungen zu sämtlichen Themen der Mathematik.

DorFuchs
kombiniert Mathe mit Musik.

MrWissen2go
fasst die wichtigsten Nachrichten der Woche zusammen.

In a Nutshell
erklärt komplexe Themen aus Weltraumforschung, Physik, Biologie, Politik, Philosophie und Technik einfach und verständlich.

YouTube

Unerschöpfliche Wisensquelle?

Für Kinder (wie für Erwachsene) ist YouTube eine Fundgrube an Wissen und Anschauungsmaterial. Die Vielfalt an Videos macht einen Teil des Reizes aus: Für jede Interessenslage gibt es entsprechende Kanäle oder einzelne Clips. Dennoch ist YouTube kein »Kinderkanal«. Denn gleichzeitig erschwert es die oft unübersichtliche Vielfalt, Interessantes und vor allem Kindgerechtes zu finden. Dabei gibt es viele Beispiele, wie (Schul-) Wissen auf YouTube-Kanälen originell und anschaulich aufbereitet wird (siehe Kasten).

YouTube Kids bietet unter »Lernen« Anregendes für Vor- und Grundschulkinder. Aber Vorsicht: Eine hundertprozentige Sicherheit, dass nur kindgerechte Videos abrufbar sind, gibt es auch hier nicht. Für ältere Kinder und Jugendliche sind YouTuber wichtige Informationsquellen, denen sie vertrauen. Sie sprechen Kinder und Jugendliche auf Augenhöhe an und werden zu alltagsnahen und glaubwürdigen Vorbildern. Umso wichtiger ist es, dass Kinder und Jugendliche frühzeitig lernen, Meinungen und Aussagen von YouTubern kritisch zu hinterfragen. Hinter Empfehlungen der sogenannten »Influencer« stecken oftmals kommerzielle Interessen und Werbeverträge mit Firmen. Das gilt auch für Inhalte auf anderen Social-Media-Kanälen wie zum Beispiel Instagram.

Netzcheck - Suchmaschinen und Infoseiten für Kinder

Die Suche nach Informationen im Netz hat einige Stolpersteine. Zudem gibt es Inhalte, die für Kinder nicht geeignet sind. Am besten surfen die Mädchen und Jungen auf speziellen Kinderseiten.

Mehr dazu auf www.klick-tipps.net und www.internt-abc.de.

    Das große MedienQuiz von FLIMMO und TLM

     

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