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Im Namen der Gerechtigkeit ist auch Gewalt erlaubt

19. Februar 2009
Einige Zeichentrick- und Actionserien, die Kinder favorisieren, ranken sich um Helden, die gegen das Unrecht zu Felde ziehen: Die Turtles, die Power Rangers, das A-Team und viele andere kämpfen gegen Bedrohungen oder Verbrechen, retten die Welt oder das Universum vor den Bösen und beschützen Schwache und Unterdrückte. Um diese hehren Aufgaben erfüllen zu können, greifen sie auch zu Gewalt, und das oft nicht gerade zimperlich. Schuld sind natürlich immer die angriffslustigen und zu jeder Schandtat bereiten Gegner. Um sie zu besiegen, bleibt den Helden keine andere Wahl, als mindestens gleich starke Geschütze aufzufahren; notfalls müssen sie die Gegner auch vernichten. Jede Gewalthandlung im Dienst der guten Sache wird so als notwendig dargestellt und gutgeheißen.

Aus den Kämpfen gehen die Helden grundsätzlich siegreich und meist ohne jede Schramme hervor. Und auch die Bösen zeigen meist keinerlei Blessuren, schon gar keine ernsthaften. Wird wirklich gestorben, dann ist es nicht zu sehen, oder aufregende Bilder von explodierenden Autos, Flugzeugen und Raumstationen lassen vergessen, dass mit ihnen auch die Insassen in die Luft gejagt werden. Das Weltbild, das Kindern hier vorgeführt wird, ist mehr als einfach: Auf der einen Seite die Guten, auf der anderen die Bösen. Das erfolgreichste Mittel gegen die Bösen ist Gewalt, und für die edle Sache ist ihr Einsatz selbstverständlich erlaubt, wenn nicht gar geboten. Die Folgen von Gewalt werden ausgeblendet oder heruntergespielt. Kinder, die eigentlich sehr sensibel gegenüber Gewalt sind, können gerade aufgrund dieses Musters die Serien genießen. Die Rechtfertigung der Gewalttätigkeit des Helden wahrt in ihren Augen seinen guten Charakter. Die Folgenlosigkeit seiner Handlungen mildert seine Gewalttätigkeit ab. Was bleibt, sind ein siegreicher Held und Action - beides lieben Kinder, und die Jungen noch bedeutend mehr als die Mädchen. Was noch bleibt, ist die Behauptung, jedes Unrecht, jeder Konflikt sei durch Gewalt erfolgreich und ohne wirklich schlimme Konsequenzen zu lösen. Daraus ergeben sich für Kinder "Ecken und Kanten". Nicht, wenn sie diesem Muster ab und zu begegnen, wohl aber, wenn sie es in vielen und verschiedenen Sendungen, die sie gern sehen, immer wieder vorgeführt bekommen. Die ständige Wiederholung kann dazu führen, dass die Kinder an das Märchen der erfolgreichen und für den guten Zweck erlaubten Gewalt zu glauben beginnen.

 

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