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Wer schön sein will muss leiden – und wer zusieht erst recht!

11. Juli 2008
Wer schön sein will muss leiden – und wer zusieht erst recht!

Es hört sich an wie ein Aprilscherz, aber leider ist es traurige Wahrheit: Schauspielerin und Ex-Model Brigitte Nielsen lässt sich vor laufender Kamera von deutschen Schönheitschirurgen operieren, und RTL verkauft das Ganze als „Aus Alt mach Neu – Brigitte Nielsen in der Beauty-Klinik“! An vier Sonntagen jeweils um 19.05 Uhr präsentiert der Sender die „Generalüberholung“ der 44-Jährigen. Angesichts von entblößten Körperteilen, abgesaugtem Fett und anderen Unappetitlichkeiten bleibt dem Zuschauer die Spucke weg. Hämische Kommentare begleiten die „Renovierungsarbeiten“ an Frau Nielsen, deren Alkohol- und Drogenprobleme ebenso thematisiert werden wie „abnormale Fetteinlagerungen“, die ihre Körperform prägen. Der behandelnde Arzt fasst ihren Zustand unverblümt zusammen: „Dies ist ein Notfall.“ Geschmacklos, beschämend, zynisch – es fällt schwer, das Gesehene in Worte zu fassen. Wie hier mit einer menschlichen Existenz umgegangen wird, spottet jeder Beschreibung. Dass sich Frau Nielsen selbst in diese Situation gebracht hat, vermutlich aus wirtschaftlichem Kalkül, macht die Sache nicht besser. Vermittelt wird zweierlei: Menschen sind Objekte, die sich beliebig „renovieren“ lassen. Und: Um ins Fernsehen zu kommen, ist alles erlaubt. Dafür sollte man sich nicht scheuen, seine Würde, seine Selbstachtung und einige Fettzellen und Gesichtspartien zu opfern. Damit ist die Sendung aus FLIMMO-Sicht „Mit Ecken und Kanten“. Mindestens. Dass Kindern dieses erbärmliche Schauspiel am besten erspart werden sollte, steht außer Frage. Warum in aller Welt Erwachsene diesem Treiben zusehen sollten, bleibt dagegen ein Rätsel. Das einzige Mittel, das der Spirale des schlechten Geschmacks ein Ende bereiten kann, ist der Aus- oder Umschaltknopf. Der ist in diesem Fall aber auch die letzte Rettung in höchster Not.

 

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