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Mein Vater wohnt in Rio - Geheimnisse, Träume und Wahrheiten

14. Juni 2000
Mein Vater wohnt in Rio - Geheimnisse, Träume und Wahrheiten

Die 10-jährige Lisa findet ihren "Zweitpapa", den Freund ihrer Mutter, zwar ganz in Ordnung, aber eines steht für sie fest: Ihrem richtigen Vater kann er nie das Wasser reichen. Der lebt nämlich im fernen Brasilien, genauer gesagt in Rio de Janeiro. Das alleine ist schon eine tolle Sache. Dass so ein interessanter Vater auch ein erfolgreicher Geschäftsmann ist, versteht sich da von selbst, zumindest für Lisa. Schade nur, dass sie ihren Paps bisher nie zu Gesicht bekommen hat, ein Manko, das auch seine vielen Briefe nicht ausgleichen. So beschließt Lisa, auf eigene Faust nach Rio zu reisen, um ihren Vater zu suchen und zu besuchen. Für die Umsetzung ihres Plans lässt sie sich allerhand einfallen und manchmal muss sie ganz schön flunkern. Sie schafft es bis zum Flughafen, dann erscheint ihre Mutter auf der Bildfläche. Und da stellt sich dann heraus: Auch Erwachsene haben ihre Geheimnisse, für die sie manchmal zur Lüge greifen. Lisas Vater wohnt zwar in Rio, dort aber nicht in einer schönen Villa, sondern im Gefängnis. Eine Tatsache, die Lisas Mutter ihrer Tochter bisher verschwiegen hat, um ihr die Illusion über ihren Vater nicht zu rauben. So beginnt für das Mädchen eine ganz neue Zeit. Eine Zeit, in der die Auseinandersetzung mit der Wahrheit zwar weh tut, die Lisa aber auch die Chance gibt, wirkliche Nähe zu ihrem Vater zu entwickeln. Und nicht nur zu diesem, auch zu ihrem "Zweitpapa".

Auf dem Kinderfilmfestival in Berlin, im Jahre 1989, wurde "Mein Vater wohnt in Rio" mit dem 1. Preis prämiert. Und obwohl der Film schon über zehn Jahre auf dem Buckel hat, hat er seinem Kinderpublikum auch heute noch viel zu bieten. Denn er greift die Sehnsüchte, Fantasien und Enttäuschungen auf, die - mehr denn je - viele Kinder beschäftigen, stimmt mal traurig, mal heiter und mal nachdenklich. Dabei nimmt er die Gefühle der Kinder ernst, malt ihnen keine rosarote Welt, sondern zeigt ihnen Wege auf, wie sie mit der Wahrheit, auch wenn sie schmerzt, zurechtkommen können. Vor allem aber verfügt er mit der aufgeweckten Lisa über eine großartige Mädchenfigur, die ebenso direkt wie glaubwürdig ist. Eine Mädchenfigur, wie sie im Fernsehen getrost zahlreicher vertreten sein dürfte.

 

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