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Von freundlichen Drachen und sturen Wikingern

05. Oktober 2012
Von freundlichen Drachen und sturen Wikingern

Der Animationsfilm „Drachenzähmen leicht gemacht“ ist ein echtes Highlight. Der Außenseiter Hicks wird zum Helden, weil er sich traut, nach seinem Gefühl zu handeln, und weil er lieber seinen Kopf einsetzt als seine Muskeln. Zugegeben, das wäre auch schwierig, denn Muskeln hat Hicks nicht gerade viele. Zu Anfang ist das auch sein größtes Problem. Als Sohn des mutigen und starken Häuptlings Haudrauf ist es nicht leicht, ein dürres Hemd zu sein, das keiner ernst nimmt. Vor allem nicht, wenn man in einem Dorf lebt, das seit Jahrhunderten von Drachen angegriffen wird. Während seine Altersgenossen schon bei der Drachenabwehr helfen dürfen, allen voran die tapfere Astrid, darf Hicks noch nicht mal am Drachentraining teilnehmen. Das ändert sich schlagartig, als Hicks einen gefährlichen Nachtschatten-Drachen verletzt im Wald findet. Nun hat er die einmalige Chance, sich zu bewähren, denn noch kein Wikinger hat je einen solchen Drachen getötet. Doch Hicks bringt es nicht über sich, den Nachtschatten zu töten, und lässt das Tier am Leben. Daraus entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft und Hicks muss erkennen, dass die Drachen keineswegs die Plage sind, für die alle sie halten. Zusammen mit dem Nachtschatten erobert Hicks die Lüfte und kann auch Astrid davon überzeugen, dass die Drachen eigentlich nicht böse sind. Doch die Ereignisse überschlagen sich und gipfeln in einer dramatischen Rettungsmission, die ohne die Hilfe des freundlichen Drachen für Hicks ein böses Ende nehmen würde. Am Ende erkennen alle Wikinger, dass sie gemeinsam mit den Drachen in Frieden leben und dabei auch noch jede Menge Spaß haben können. In „Drachenzähmen leicht gemacht“ werden auf erfrischende Art und Weise altbekannte Themen angesprochen, die für Kinder ab Ende der Grundschule interessant sind: Freundschaft, erste Liebe, der Wunsch, auf eigenen Beinen zu stehen und von den Erwachsenen ernst genommen zu werden. Eingebettet in eine märchenhafte Kulisse fällt es leicht, sich mit dem Außenseiter Hicks zu identifizieren, der seiner eigenen Situation mit viel Humor und Selbstironie gegenübersteht. Trotz zahlreicher Lacher und witziger Momente schlägt der Film auch ernste Töne an. So ist der Nachtschatten keineswegs von Anfang an ein Spielgefährte für Hicks. Erst langsame Annäherung und Zugeständnisse auf beiden Seiten begründen eine tiefe Freundschaft. Seine Heldentat geht an Hicks nicht spurlos vorbei: Der Wandel vom tollpatschigen Kind zum selbstbewussten Jugendlichen ist nachvollziehbar und glaubhaft. Jüngere Kinder am Anfang der Grundschule können über die lustigen Szenen rund um den Tollpatsch Hicks zwar lachen, der ironische Humor bleibt ihnen aber weitgehend verschlossen. Außerdem kann ihnen die eine oder andere Stelle zu turbulent und spannend werden. Dennoch ist „Drachenzähmen leicht gemacht“ für Kinder und Erwachsene gleichermaßen sehenswert. Der Film läuft am 13. Oktober um 20.15 Uhr auf SAT.1.

 

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