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Eigenwillig und skurril: Familie Willoughby

19. Juni 2020
Eigenwillig und skurril: Familie Willoughby

Bereits zu Beginn von „Familie Willoughby“ spricht die Erzählstimme eine Warnung aus: Dies wird keine fröhliche Geschichte über Familienzusammenhalt und Harmonie! Stattdessen erwarten den Zuschauer schwarzer Humor und eine skurrile Handlung, die kaum den gängigen Vorstellungen von kindgerechter Unterhaltung entspricht ...

Die vier Kinder der Familie Willoughby haben es wahrlich nicht leicht. Sie müssen hungern und frieren und werden von ihren eigenen Eltern täglich mit Missachtung gestraft. Also beschließen Tim, Jane und die Zwillinge Barneby und Barneby, dass es an der Zeit ist, zu Waisenkindern zu werden. Als Waisen wären sie unabhängig und könnten selbst füreinander sorgen, ohne die Strafen ihrer Eltern fürchten zu müssen. Und so schicken die Kinder ihre herzlosen Eltern auf eine Reise an die gefährlichsten Orte der Welt, in der Hoffnung, dass sie dort von Piranhas verspeist oder von glühender Lava verschüttet werden. In der Zwischenzeit passt die liebevolle Nanny Linda auf die Kinder auf und zeigt ihnen, dass Familie nicht allein durch Biologie entsteht, sondern durch Zuneigung und Mitgefühl.

Schräges Abenteuer für Filmerfahrene

Die Netflix-Adaption des gleichnamigen Kinderbuchs verläuft ganz anders als die übliche Kinderfilm-Erzählung. "Familie Willoughby" nimmt von Beginn an rasant an Fahrt auf und überrascht immer wieder mit spontanen Richtungswechseln und unerwarteten Handlungssträngen. Dadurch kann es besonders jüngeren Kindern schnell mal zu hektisch werden, sodass es ihnen schwer fällt dem Geschehen zu folgen. Auch der schwarze Humor und die düstere Vorstellung seine eigenen Eltern loswerden zu wollen, kann sie überfordern und irritieren. Für filmerfahrene Kinder zum Ende des Grundschulalters ist es durchaus spannend mitanzusehen, wie tapfer die Willoughby-Geschwister zusammenhalten und sich gemeinsam in der Welt der Großen behaupten. Sie sind dem exzentrischen Slapstick-Humor gewachsen und können sich an der kunterbunten Animation erfreuen, die immer wieder für Entspannungsmomente sorgt. Dabei bietet der Film mehrere Anknüpfungspunkte zu Gesprächen darüber, was Familie bedeutet und was die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern normalerweise ausmacht. Der 92-minütige Animationsfilm ist derzeit auf Netflix zu sehen.

 

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