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Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

21. Dezember 2019
Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

Berlin, 1933: Mit ihrem Bruder Max, ihrer Mama Dorothea und ihrem berühmten Vater Arthur führt die neunjährige Anna ein unbeschwertes Leben. Doch die Nationalsozialisten gewinnen immer mehr an Macht und Annas jüdischer Vater macht kein Geheimnis aus seiner Ablehnung der Nazis. Deshalb bekommt die Familie kurz vor den Wahlen einen Anruf mit einer Warnung: Sie sollen sofort das Land verlassen, da die Nazis Arthur verhaften werden. Von da an geht alles sehr schnell. Und weil sie nur ein einziges Spielzeug mitnehmen darf, lässt Anna schweren Herzens ihr geliebtes Rosa Kaninchen in Berlin zurück. Die Familie flieht in die Schweiz, wo es Anna gut gefällt. Weil aber niemand Arthurs Texte veröffentlichen will und das Geld knapp ist, geht es weiter nach Paris, wo Anna nicht einmal die Sprache versteht. Doch solange die Familie zusammen ist, sind alle Widrigkeiten nicht so schlimm. Deshalb bleibt Anna auch zuversichtlich, als die Familie erneut weiterzieht und nach England aufbricht.

Aus den Augen eines Kindes

Vorlage für den Spielfilm ist das gleichnamige Jugendbuch von Judith Kerr, die in der Geschichte ihre eigene Vergangenheit verarbeitet hat. Die Perspektive der neunjährigen Anna macht die Thematik der "Rassenpolitik" im Nationalsozialismus und der Flucht für junge Zuschauer zugänglich. Anna ist ein liebevolles und starkes Mädchen, das trotz der vielen Abschiede nie ihre Neugierde und Lebensfreude verliert. Ihre Eltern sind ihren Kindern gegenüber immer ehrlich und auch der Film verharmlost ihre Situation nicht. So ist die Gefahr, der sich Familie Kemper ausgesetzt sieht, deutlich zu spüren. Dabei kommt der Film ganz ohne grausige Bilder aus, die Kinder überfordern könnten. Humorvolle und positive Momente tragen zudem dazu bei, die tragische Geschichte leichter zu verkraften. Kinder ab etwa elf Jahren sollten dem Geschehen somit gewachsen sein und die Flucht der jüdischen Familie inhaltlich nachvollziehen können. Für jüngere oder besonders mitfühlende Kinder kann Annas Geschichte stellenweise durchaus belastend sein. Ein Kinobesuch gemeinsam mit den Eltern ist deshalb ratsam. „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ (FSK: 0) läuft ab dem 25. Dezember 2019 im Kino.

 

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