Besprechung Nach den Ferien freut sich die zehnjährige Rabia darauf, endlich wieder zur Schule zu gehen. Doch die bleibt geschlossen: Ein Dschinn-Geist soll von ihr Besitz ergriffen haben. Rabia gibt sich mit dieser Erklärung nicht zufrieden. Entschlossen macht sie sich auf die Suche nach der Wahrheit. Dabei entdeckt sie, dass hinter den rätselhaften Vorgängen ganz andere Ursachen stecken.
Was als geheimnisvolle Geistergeschichte beginnt, entpuppt sich nach und nach als Detektivgeschichte mit ernstem Hintergrund. Gemeinsam mit Rabia können Kinder rätseln, was hinter der geschlossenen Schule und den Gerüchten um einen Dschinn steckt. Rabia lässt sich nicht mit den Erklärungen der Erwachsenen abspeisen, sondern forscht hartnäckig nach und stößt dabei auf ganz reale Ungerechtigkeiten. Aus ihrer Perspektive erhalten Kinder Einblicke in das Leben in einem pakistanischen Dorf und erfahren, dass der Zugang zu Schule und Bildung nicht überall selbstverständlich ist. Themen wie Armut, Korruption und die Benachteiligung von Mädchen werden verständlich in die Handlung eingebettet. Der Film erzählt ausgesprochen ruhig und in langsamem Tempo. Gerade für Kinder, die schnellere und actionreichere Geschichten gewohnt sind, kann das zunächst gewöhnungsbedürftig sein. Auch manche gesellschaftlichen Zusammenhänge verlangen Aufmerksamkeit. Zudem wird der Film in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln gezeigt, weshalb Kinder sicher lesen können sollten. Ab etwa elf Jahren bietet Ghost School viel Stoff, um über Bildung, Gerechtigkeit und das Hinterfragen einfacher Erklärungen ins Gespräch zu kommen.