
Ob Stress in der Schule, Streit mit der besten Freundin oder die scheinbar banale Frage: „Was ziehe ich heute an?“: Für Kinder und Jugendliche sind Chatbots manchmal mehr als nur praktische Helfer bei den Hausaufgaben. Sie hören zu, geben Ratschläge, trösten und sind jederzeit verfügbar.
Was daran problematisch sein kann und wie Eltern mithilfe von Magazinen, Filmen oder Serien mit ihren Kindern darüber ins Gespräch kommen können, zeigt FLIMMO anlässlich des Safer Internet Day 2026open_in_new.
KI-Sprachmodelle, sogenannte Large Language Models (LLMs), sind Programme, die Texte verstehen und erzeugen können. Sie lernen aus sehr vielen Texten, wie zum Beispiel aus Büchern oder Webseiten, typische Sprachmuster. Wenn man ihnen eine Frage stellt, sagen sie Wort für Wort voraus, was am besten passt, und erzeugen so Antworten.
Wichtig zu wissen:
Chatbots sind immer da. Sie haben Geduld, wirken verständnisvoll und scheinen auf jede Frage eine Antwort zu haben. Wenn Eltern im Alltag gestresst sind oder es in Freundschaften zu Konflikten kommt, reagiert die KI stets ruhig, freundlich und zugewandt.
Der Chatbot merkt sich Vorlieben, greift frühere Gespräche auf und passt seine Antworten individuell an. So entsteht leicht der Eindruck, „der versteht mich“ oder sogar „der kennt mich richtig gut“.
Ein weiterer Punkt: Der KI-Chatbot urteilt nicht. Es gibt keine Kritik, kein Augenrollen, kein „Das ist doch Quatsch“. Stattdessen gibt es Bestätigung und das kann für unsichere Kinder oder Jugendliche in einer emotional turbulenten Phase entlastend sein.
So tröstlich und bequem der Austausch mit einer KI sein kann, er bleibt ein Ersatz. Wenn Kinder erleben, dass Gespräche mit echten Menschen anstrengender sind als mit einem Chatbot, besteht die Gefahr, dass sie die KI bevorzugen. Widerspruch, Missverständnisse oder Konflikte gehören jedoch zum sozialen Lernen dazu. Werden sie umgangen, können wichtige Fähigkeiten leiden: Konfliktlösung, kritisches Denken und der Umgang mit anderen Meinungen. Auch eine emotionale Abhängigkeit ist möglich. Statt Sorgen, Ängste oder Probleme mit vertrauten Menschen zu teilen, kann es sein, dass sie sich lieber an die KI wenden.
Hinzu kommt ein weiterer sensibler Punkt: Datenschutz und Sicherheit. Chatbots sind nicht immer ausreichend geschützt. Persönliche Informationen – etwa zu Gesundheit, seelischer Verfassung oder familiären Problemen – können weitergegeben werden. Zudem können KI-Systeme problematische oder sogar gefährliche Ratschläge geben, zum Beispiel im Zusammenhang mit Essstörungen oder Selbstverletzung.
Mit Kindern über das Thema KI zu sprechen, ist im Familienalltag nicht immer leicht. FLIMMO hat deshalb eine Auswahl an Magazinen und Dokus zusammengestellt, die altersgerecht erklären, wie Künstliche Intelligenz funktioniert und wofür sie eingesetzt werden kann. Auch Filme und Serien bieten eine gute Möglichkeit, gemeinsam mit Kindern darüber zu sprechen, wie sich die Kommunikation mit echten Menschen von der mit einer KI unterscheidet.
Erklären statt verbieten
Machen Sie Ihrem Kind verständlich, wie KI funktioniert: Chatbots sind keine echten Menschen. Sie haben keine Gefühle und kein echtes Verständnis. Ihre Antworten entstehen durch Berechnungen nicht durch Mitgefühl.
Echte Beziehungen stärken
Vermitteln Sie: Freundschaften und soziale Kontakte sind unersetzbar. Auch Streit, Enttäuschung und Versöhnung gehören dazu. Genau daran wachsen Kinder und lernen, mit anderen umzugehen.
Im Gespräch bleiben
Nehmen Sie sich Zeit, hören Sie aufmerksam zu und zeigen Sie echtes Interesse. Wenn Kinder sich gesehen und ernst genommen fühlen, verlieren digitale „Zuhörer“ an Bedeutung.
Weitere Tipps und Gesprächimpulse rund um das Thema gibt es in der Elternbroschüre von klicksafe - Mein Kind und KI – Aufwachsen mit künstlicher Näheopen_in_new.