WhatsApp: Mehr Social Media, als viele Eltern denken
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WhatsApp: Mehr Social Media, als viele Eltern denken

WhatsApp ist für viele Kinder und Jugendliche längst mehr als nur ein Messenger. Über die Kanal-Funktion können sie öffentlichen Profilen folgen oder selbst Beiträge teilen. Damit ähnelt WhatsApp in Teilen anderen Social-Media-Plattformen. Viele Eltern sehen die App jedoch vor allem als privaten Nachrichtendienst und erlauben sie Kindern meist schon früh, obwohl sie offiziell erst ab 13 Jahren genutzt werden darf.

Unbegrenzter Zugriff auf WhatsApp-Kanäle

Manche Eltern möchten nicht, dass ihre Kinder Social-Media-Plattformen wie TikTok oder Instagram nutzen. Was vielen aber nicht bewusst ist: Kinder haben WhatsApp-Kanäle längst als Ersatz für klassische Social-Media-Angebote entdeckt. Dort finden sie bekannte Kanäle, Influencer*innen oder Let’s-Player*innen – direkt in der App, die sie ohnehin für Familie, Freund*innen oder den Klassenchat nutzen.

Zudem bietet WhatsApp die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und einen eigenen öffentlichen Kanal zu erstellen. Aktuell gibt es für Eltern keine Möglichkeit, WhatsApp-Kanäle zu deaktivieren oder festzulegen, wer die Inhalte von Kinderkanälen sehen kann. Wenn ein Kind WhatsApp nutzt, hat es grundsätzlich auch Zugriff auf die Kanäle.

Risiken im Blick behalten

In WhatsApp-Kanälen teilen Influencer*innen Text- und Sprachnachrichten, Fotos und Videos, aber auch Links zu ihren Inhalten auf YouTube, TikTok oder Twitch. Über die Verlinkungen können viele Inhalte direkt abgespielt werden. Man bekommt sofort mit, wenn es ein neues Video gibt, egal auf welcher Plattform.

Die Inhalte sind sehr unterschiedlich. Neben harmloser Unterhaltung finden sich dort auch Werbung, problematische Schönheitsideale und für Kinder ungeeignete Inhalte – also die gleichen Risiken wie auf anderen Social-Media-Plattformen.

Warum Kinder lieber keinen eigenen Kanal betreiben sollten

Manche Kinder möchten nicht nur zusehen, sondern selbst etwas teilen: Sporttricks, Kunstwerke oder ihren Alltag. Das kann aus verschiedenen Gründen problematisch sein:

  • Es gibt keine Möglichkeit einzuschränken, wer einen Kanal sieht oder ihm folgt. Die Bilder und Videos können theoretisch von sehr vielen Menschen gesehen werden – dafür muss der Kanal nicht abonniert werden.
  • Kinder unterschätzen, wie schnell sie unbewusst persönliche Informationen preisgeben. Zum Beispiel wie ihr Kinderzimmer aussieht, die Umgebung, in der sie wohnen, welche Schule oder welchen Sportverein sie besuchen.
  • Bilder und Videos aus den Kanälen können leicht weiterverbreitet werden, auch ohne Zustimmung.
  • Es kann negative Emoji-Reaktionen geben (zum Beispiel Kotz-Emoji oder sexualisierte Emojis wie die Aubergine oder Kirschen). Über die Frage-Antwort-Funktion sind direkte Nachrichten möglich.

Checkliste:

  • Prüft gemeinsam, ob die App wirklich nötig ist oder ob ein Messenger ohne Kanalfunktion besser passt. Wenn WhatsApp z.B. wegen des Klassenchats unumgänglich ist, sollten Eltern die Nutzung gut begleiten:
  • Sprecht über die WhatsApp-Kanal-Funktion und erklärt, welche Risiken es gibt.
  • Vereinbart Regeln für die Nutzung: z.B. nur gemeinsam ausgewählten Kanälen folgen und keine persönlichen Daten preisgeben.
  • Macht deutlich, warum Kinder keinen eigenen WhatsApp-Kanal erstellen sollten.
  • Sprecht über faires Verhalten im Klassenchat.

Anleitungen zu Einstellungsmöglichkeiten für WhatsApp gibt es bei medien-kindersicher.deopen_in_new.

Social-Media-Kanäle im Check

Viele bekannte Influencer*innen haben auch WhatsApp-Kanäle. FLIMMO bespricht diese zwar nicht, aber Einschätzungen zu deren Kanälen auf YouTube, TikTok und Instagram können Orientierung geben.

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