Besprechung Eigentlich freut sich Emil auf die Ferien bei seiner Oma in Berlin. Doch im Zug wird ihm von Betrüger Max Grundeis sein ganzes Geld gestohlen. Gemeinsam mit der aufgeweckten Pony Hütchen und neuen Freund*innen macht sich Emil auf die Suche nach dem Dieb. Eine spannende Verfolgungsjagd durch die Großstadt beginnt. Mit Mut, cleveren Ideen und Zusammenhalt gelingt es ihnen schließlich, Grundeis zu überführen.
Erich Kästners Kinderbuch Emil und die Detektive wurde seit seiner Veröffentlichung 1929 nun bereits zum vierten Mal verfilmt. Die große Kunst ist es, die Detektivgeschichte so zu erzählen, dass sie auch Kindern Spaß macht, die in einer ganz anderen Zeit aufwachsen. Hier werden Smartphones, Jugendsprache und ein Gastauftritt von Teenie-Star Zahide genutzt, um Kästners Botschaften für Kinder zugänglich zu machen. Während Erwachsene im Publikum vielleicht an der ein oder anderen Stelle die Stirn runzeln, dürften Kinder auf ihre Kosten kommen. Sie kennen zum Beispiel die nervige „Downtime“, wenn das Smartphone von den Eltern gesperrt wurde. Solche Anspielungen sorgen für lustige Momente und greifen Themen auf, die Kinder beschäftigen. Auch Emils Wunsch dazuzugehören, die Geldprobleme seiner Familie und die Sorgen der anderen Jungdetektiv*innen sind nah an ihrer Lebenswelt. Dabei ist die Geschichte für Kinder ab dem Grundschulalter spannend. Sie fiebern mit Emil und seinen Freund*innen mit, wie sie sich mit Mut, cleveren Ideen und Teamwork gegen den Bösewicht durchsetzen. Dieser wirkt in der aktuellen Verfilmung weniger bedrohlich als in der vorherigen Umsetzung, sodass auch jüngere Zuschauerinnen die spannenden Momente gut bewältigen können. Trotz aller Neuerungen bleibt Kästners Botschaft die gleiche: Gemeinsam kann man sich auch gegen Stärkere durchsetzen, wenn man mit Köpfchen und Zusammenhalt vorgeht. Das ist heute genauso wichtig wie zu Kästners Lebzeiten. So ist auch die moderne Umsetzung von Emil und die Detektive für Familien sehenswert.