
Mit dem Start der Fußball-WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko steigt auch bei Kindern das Fußballfieber. Für Eltern wird es dieses Mal besonders herausfordernd, weil viele Spiele durch die Zeitverschiebung spätabends oder sogar nachts laufen. FLIMMO gibt Tipps, wann Kinder mitschauen können, welche Kompromisse gut funktionieren und worauf Familien während der WM achten können.
Jedes Kind ist anders, und jede Familie muss schauen, was für sie am besten passt. Manche Kinder wollen am liebsten jedes Spiel sehen, andere fiebern nur ab und zu mit. Damit die Auswahl etwas leichter fällt, hat FLIMMO einen WM-Spielplan zum Ausdrucken erstellt. Darin sind familienfreundliche Anstoßzeiten farbig markiert:
WM-2026 – FLIMMO-Spielplan für die ganze Familieopen_in_new
Gut zu wissen: Insgesamt gibt es 104 Spiele. Halbfinale und Finale starten jeweils um 21 Uhr. Acht Gruppenspiele beginnen schon vor 20 Uhr. Wenn Deutschland bis ins Finale kommt, wären es höchstens acht Spiele mit deutscher Beteiligung.
Erstes Spiel, beste Option: Das erste Deutschlandspiel findet am Sonntag, den 14. Juni, um 19 Uhr statt – eine gute Gelegenheit für einen gemeinsamen Fußballabend mit der ganzen Familie. Alle anderen Deutschlandspiele starten später.
Kindergartenkinder
Für kleine Kinder sind 90 Minuten ganz schön lang. Meist schauen sie eine Weile mit und machen dann irgendwann etwas anderes. Bei der WM geht es für sie vor allem um die Stimmung. Oft reichen schon kurze gemeinsame Momente völlig aus: im Schlafanzug, mit geputzten Zähnen auf der Couch liegen und noch bis zur ersten Trinkpause der Mannschaften mitschauen - das bleibt in Erinnerung.
Grundschulkinder
Spätestens ab dem Grundschulalter bekommen Kinder die Aufregung rund um die WM immer mehr mit und wollen die Spiele verfolgen. Hier gilt es abzuwägen: Ist am nächsten Tag Schule? Was steht an? Wie wichtig ist Fußball im Leben des kleinen Fans? Bei einer Anstoßzeit um 21 Uhr muss man sich bewusst sein, dass das Spiel erst gegen 23 Uhr zu Ende ist.
Ein guter Kompromiss kann sein, nur die erste Halbzeit live zu schauen und die Highlights der zweiten ausnahmsweise beim Frühstück am nächsten Morgen. Für viele Kinder ist es wichtig, bei der WM nichts zu verpassen. Zusammenfassungen oder tägliche Highlights sind deshalb eine gute Alternative zu späten Live-Spielen (mehr dazu im Kasten).
Teenager
Bei älteren Kindern geht es oft darum, informiert zu sein und sich mit Freund*innen auszutauschen. Sehr späte Spiele sind aber auch für Jugendliche anstrengend. YouTube-Kanäle, Internetseiten und Magazin-Sendungen für ältere Kinder (siehe Kasten) helfen auf dem Laufenden zu bleiben.
Für viele ältere Kinder und Jugendliche gehören TikTok, YouTube, Gruppenchats und Online-Trends zur WM einfach dazu. Neben Fußball-News und Clips können ihnen dort aber auch schnell problematische Inhalte begegnen, zum Beispiel Hassrede oder Desinformation.
Viele haben während des Spiels zusätzlich das Smartphone in der Hand, etwa für den Liveticker oder den Chat mit Freunden. Dieser "Second Screen" kann das Fußballschauen noch spannender machen. Wichtig ist nur: Das Spiel sollte im Mittelpunkt bleiben und es braucht klare Regeln. Kurz mitlesen: ja. Endlos scrollen: lieber nicht.
Trikots, Sticker oder Fanartikel gehören für viele Kinder zur WM dazu. Hier ist ein guter Mittelweg gefragt - und manchmal auch etwas Konsequenz. Es ist nicht immer leicht, Kindern zu erklären, dass nicht alles gekauft werden kann. Gleichzeitig ist die WM eine gute Gelegenheit, mit ihnen über Werbung, Stars als Werbegesichter und die Vermarktung im Fußball zu sprechen.
Während einer Fußball-WM erleben Kinder und Jugendliche viele starke Emotionen gleichzeitig: Begeisterung, Stolz, Enttäuschung, Wut oder Gruppendruck. Eltern können dabei helfen, diese Gefühle einzuordnen und und gut damit umzugehen.
Bei kleinen Kindern ist es besonders wichtig, Emotionen aktiv zu begleiten: Niederlagen oder aggressive Kommentare können sie schnell überfordern. Hier helfen gemeinsame Gespräche – genauso wie Erwachsene, die vorleben, wie man respektvoll mit anderen Fans und Mannschaften umgeht.
Bei Jugendlichen geht es häufiger um Gruppendruck und verletzende Kommentare auf Social Media. Deshalb sind offene Gespräche wichtig: Wie bleibt man online fair? Und wie schafft man es, sich nicht von hitzigen Diskussionen oder Hasskommentaren mitreißen zu lassen?
Spiele als Familien-Event planen: Gemeinsam anfeuern, mitfiebern und fachsimpeln macht in der Gruppe einfach viel mehr Spaß.
Enttäuschungen auffangen: Wenn das Lieblingsteam verliert, brauchen Kinder Erklärungen, Trost und manchmal einfach jemanden, der mitfühlt.
Fußballstars als Werbeträger: Die WM kann man zum Anlass nehmen, Vermarktungsstrategien und Werbeversprechen des Milliardengeschäfts Fußball zum Thema zu machen.
Selbst Sport machen: Eine WM kann Kindern Lust auf Sport machen. Fußball schauen ist schön - selbst kicken oder Sport treiben ist noch besser!